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Peter Lenk in Schopfheim

Der Bildhauer Peter Lenk wurde 1947 in Nürnberg, der Stadt der Schwänke, Brunnen und Spielwaren geboren. Über die Bildungsstationen Kindergarten, Klosterschule, Akademie und andere Umwege kam er an den Bodensee. Dort entstanden seine genehmigten und ungenehmigten Skulpturen. Hier hatte er es seiner Gemeinde versprochen: "Zu jedem Hochhaus, das unser Dorf verschandelt, gibt es gratis einen Protestgott, und je langweiliger der Bau..."

Nachdem der Bildhauer Peter Lenk auf dem Münsterplatz in Bonn das kolossale Fettnäpfchen mit der Wahlwidmung "Den Siegern 1987" errichtet hatte, fanden die 12 Tonnen schweren Schwäbischen Floßfahrer auf dem Berliner Kurfürstendamm, mit dem Motto: "Wir wollen in Frieden weiter fressen" als Unterstützung der Kulturstadt Europas einen zeitweiligen Ankerplatz.

Seine hoch gestelzten Mauerkieker am Checkpoint Charlie, hatten für zwei Wochen den tragischen Ernst der humorlosen deutsch-deutschen Geschichte untergraben. Amtliche Protokoll-Beurkundung: "Wenn die Vopos lachen, dann schießen sie nicht"

Für Schopfheim erstellte Peter Lenk ein heroisches Monument mit dem Titel "Badische Revolution" zu den Ereignissen 1848. Damals waren die Bürgerinnen und Bürger für einige Tage selbst in das revolutionäre Geschehen verwickelt - Peter Lenk begreift also im Standort für seine Plastik also gleich auch die historische Tragweite seines Werkes. Am 03. Oktober 2004 (dem "Tag der deutschen Einheit") wurde die Großplastik feierlich enthüllt.

Mit den (historisch verbürgten!) Figuren von Gustav Struve und Friedrich Hecker, sowie die berühmt – berüchtigte Emma Herwegh (sie zeigt den Gegnern in deutlicher Körpersprache, was sie von ihnen hält) schlägt Lenk den Bogen zur wirklich Badischen Revolution, auch ein "Schopfheimer Mischling" (also ein kleiner bissiger Hund) darf dabei nicht fehlen. Den Bezug zur Gegenwart stellt Lenk durch die Darstellung von Fritz Teufel (der Gründer der legendären "Kommune I" in Berlin) her - ein Revolutionär unserer Tage also. Die feindliche Staatsmacht karikiert der Künstler durch die Figur eines geklonten Erwin Teufels. Der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs erscheint in Pickelhaube und Uniform und zieht in sechsfacher Gestalt und grimmigem Gesicht gegen die "Revoluzzer".

  • Stadt Schopfheim
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