Stadtnachrichten

Wann wurde Fahrnau erstmals schriftlich erwähnt?


Fahrnau (wie auch Raitbach) wird in der Urkunde vom 7. April 1113 erwähnt, in der Walcho von Waldeck seine in zahlreichen Orten vorhandenen Grundbesitzungen dem Kloster St. Blasien schenkt.

Die erste schriftliche Erwähnung von Fahrnau (und Raitbach) fand jedoch schon früher statt, nämlich im Zeitraum 1086 bis 1108, also spätestens 1108, und zwar im Namen eines Ritters: Ritter ‚Lampert von Fahrnau (Uarnow) und Raitbach (Reitenbuch)’ schenkt in diesem Zeitraum dem Kloster St. Blasien ein Gut und tritt als Mönch dem Kloster bei. Diese Nachricht stammt aus dem „Liber Constructionis (folio 16rv)“ des Klosters St. Blasien, aus dem Abschnitt über die Regierungszeit von Abt Utho/1086-1108: „Lampertus de Uarnow et Reitenbuch, qui monasterio predium dedit, se ipsum eciam in hoc loco monastice religioni subdidit.“ (dt. = Ritter Lampert von Fahrnau und Raitbach schenkt dem Kloster ein Gut und wird Mönch in St. Blasien)(in: Urkundenbuch des Klosters St. Blasien im Schwarzwald/Von den Anfängen bis zum Jahr 1299, Teil I, Stuttgart, 2003 : 66, Text Nr. 49).

Ein ‚liber constructionis’ ist eine Sammlung der Besitz- und Rechtsansprüche eines Klosters, hervorgehend aus den jeweiligen Besitzurkunden des Klosters. Dies bedeutet, daß die Nennungen in einem liber constructionis gleichwertig von Bedeutung sind wie Nennungen in den Urkunden selbst.
Neben dieser Datierung, basierend auf definitiv vorliegenden Quellen, gibt es aber noch frühere Zeitangaben zur Erstnennung der heutigen Schopfheimer Teilgemeinde Fahrnau.

In seiner Beschreibung des südwestlichen Schwarzwaldes/1858 nennt C.G.Fecht das Jahr 900 als Datum der ersten schriftlichen Erwähnung Fahrnaus: “…und daher stammen aus den Zeiten der Carolinger und den zunächstfolgenden die Namen einer sehr großen Anzahl unserer jetzigen Ortschaften. Wir führen die bekannten derselben hier an, indem wir das Jahr beisetzen, in welchem sie zuerst genannt werden…Im Breisgau… erscheinen folgende Namen: …Fahrnau,Varnove 900 …“(in: C.G.Fecht, Der Südwestliche Schwarzwald und das anstoßende Rheingebiet. Zustände von Land und Volk aus älterer und neuerer Zeit, Lörrach/Waldshut, 1858:106/107)

Der Beschreibung des großherzoglichen Amtsbezirks Schopfheim durch Gustav Fecht/1859 zufolge wurde Fahrnau bereits schon im Jahre 800 n.Chr. erstmals schriftlich erwähnt: „Schon im Jahr 800 finden wir Fahrnau, Varnove in einer Urkunde.“ (in: C.G.Fecht, Die Großherzogl. Badischen Amts-Bezirke Waldshut, Säckingen, Lörrach, Schopfheim. Deren Statistik, Handel und Gewerbe, Specialgeschichte, Lörrach/Waldshut, 1859:478). Die schriftliche Quelle, aus der Fecht die Jahreszahl „900“ bezog, und auch die
von Fecht erwähnte Urkunde aus dem Jahr 800, in der Fahrnau erstmals erwähnt worden sei, konnten bisher jedoch nicht ausfindig gemacht werden, trotz intensiven Recherchen in den frühmittelalterlichen Schrift- und Urkundenbeständen der Klöster St. Blasien, St. Gallen,
Reichenau, Einsiedeln, Murbach, Lorsch (Codex Laureshamensis) sowie vom Stift Säckingen.