Stadtnachrichten

Kleinmachnow nach der Wende


Im Rahmen der Reihe „Zeitzeugen sind und werden gefragt“ der Vhs Schopfheim war der Bürgermeister der Schopfheimer Partnergemeinde Kleinmachnow, Michael Grubert,  Anfang März im Kulturcafé zu Gast.

Grubert hielt einen anschaulichen Vortrag über die Gemeinde, die im Speckgürtel Berlins gelegen während der DDR-Zeit von den direkten Verbindungen zur Hauptstadt und zum (westdeutschen) Umland abgeschnitten war. Mit alten Fotos und Plänen zeigte Grubert auf, wie sich die Gemeinde von einem kleinen Zusammenschluss einzelner Gehöfte zu einem jetzt rund 12.000 Einwohner zählenden Ort entwickelt hat. Dabei wurde auch durch die genannten Zahlen deutlich, dass währen der DDR-Zeit eher Stillstand herrschte, während nach der Öffnung der Grenzen ein Bevölkerungswandel und eine Zunahme stattfand. Grubert lebte vor dem Fall der Mauer lange Zeit in Zehlendorf (ehemaliges Westberlin), direkt neben Kleinmachnow, aber durch die Mauer abgetrennt, und war später bei der Wohnungsbaugesellschaft in Kleinmachnow  für die Rückgabe enteigneter Immobilien und Grundstücke zuständig. Fast 50% des Wohneigentums der Gemeinde war nach dem Ende der DDR von solchen Restitutionsansprüchen betroffen. Dies hatte zur Folge, dass heute nur noch rund 2000 ursprüngliche Kleinmachnower im Ort leben. Viele Neubürger sind nach der Wende nach Kleinmachnow gezogen, das durch seine Nähe zu Berlin und seine Bebauung mit vielen Einfamilienhäusern und Gärten ein attraktiver Wohnort ist. Laut Grubert zählt seine Gemeinde eindeutig zu den Gewinnern der Wende. Abgesehen von den Restitutionen, die Anfang der 90er Jahre für viel negative Stimmung im Orte sorgten, hat Kleinmachnow durch die Ansiedelung großer Unternehmen Arbeitsplätze und Steuereinnahmen dazubekommen, während die Einwohnerzahl in Zukunft aufgrund der begrenzten Lage nicht mehr deutlich steigen wird.

Zum Vortrag Gruberts waren rund 30 Zuhörer gekommen, von denen die meisten selber schon einmal in Kleinmachnow waren. Wernfried Hübschmann moderierte den Abend und gab dem Publikum im Anschluss noch Gelegenheit, Fragen zur Partnergemeinde zu stellen. Der Vortrag und die anschließende Diskussion wurden vom Freien Radio Wiesental per Kameramitschnitt aufgenommen. Ein Podcast des Abends wird in Kürze auf der Internetseite des Radios und der Volkshochschule abrufbar sein.