Stadtnachrichten

Flurneuordnung Schopfheim-Gersbach


1.34 Millionen Euro für Gersbach
 
Flurneuordnung Schopfheim-Gersbach: Letzte Scheckübergabe erfolgt.
 
Im Rahmen einer symbolischen Scheckübergabe übergab am vergangenen Donnerstag, den 26. Februar 2015 der Präsident des LGL, Luz Berendt, im Schopfheim Rathaus die letzte zugesagte Investitionssumme für den weiteren Wegeausbau für Gersbach.



Auf dem Foto (wm) v.l. Der erste Landesbeamte Ulrich Hoehler, Ortsvorsteher Christian Walter, Präsident Luz Berendt, TG-Vorsirtzender Ralf Ühlin und Bürgermeister CHristof Nitz

Das Flurneuordnungsverfahren Schopfheim-Gersbach ist ein sogenanntes Normalverfahren, allerdings von außergewöhnlicher Größe. Es dient der Verbesserung der betriebswirtschaftlichen Verhältnisse in der Land- und Forstwirtschaft. Es leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Offenhaltung und zum Erhalt der charakteristischen Kulturlandschaft des Südschwarzwaldes, die durch bäuerliche Bewirtschaftung entstanden ist. Zur Unterstützung der Landwirtschaft werden Felder und Waldflächen mit neuen Wegen erschlossen, die für den Einsatz moderner landwirtschaftlicher Maschinen geeignet sind. Ziel ist es, die Wiesen – auch in Steillagen – in Bewirtschaftung zu halten und so als Lebensraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Auch für den Südschwarzwald als Tourismusregion spielt die Offenhaltung der Landschaft eine wichtige Rolle.
 
Das Flurneuordnungsverfahren hat eine Verfahrensfläche von 2374 Hektar, davon sind etwa zwei Drittel Waldflächen. Es umfasst rund 400 Grundstückseigentümer und etwa 2.500 Grundstücke. Über 60 Kilometer Wegstrecke sind zu bauen, wovon bereits über die Hälfte vor Ort hergestellt wurde. Nur 6,5 Kilometer der neuen Wege sind asphaltiert. 34 Kilometer sind Schotter- und sieben Kilometer Grünwege; zusätzlich werden rund 14 Kilometer vorhandene Wege saniert.
 
Zur Bereicherung des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes trägt in der Feldlage insbesondere die Entwicklung von 10 Hektar Grünland zu FFH-Fläche bei. Im Wald werden rund 30 Hektar Schonwald (alternativ Biosphärengebiet-Kernzone) ausgewiesen. Weiterhin sind Gewässerentwicklungsmaßnahmen, Ersatzpflanzungen und hierbei sogar Heckenpflanzungen (CEF-Maßnahme für den Neuntöter) als Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen oder bereits ausgeführt. Zur Verbesserung der Naherholungsfunktion ist die Ausweisung von mehreren Wanderparkplätzen geplant, die teilweise bereits hergestellt wurden. Auch das Herstellen von Wanderwegen, deren Beschilderung sowie die Anlage von Sitzgruppen, Bänken, Grillstellen und Brunnen dienen der Naherholung.
 
Insgesamt fließen in das Verfahren Fördermittel in Höhe von rund fünf Millionen Euro, bei einer Investitionssumme von 6,12 Millionen Euro. Rund 4,8 Millionen Euro werden in den Wegebau investiert. Auch die Stadt Schopfheim, die bereits als große Grundstückseigentümerin über eine halbe Millionen Euro bezahlen muss, unterstützt die Teilnehmer zusätzlich durch einen freiwilligen Beitrag von rund 150.000 Euro. Damit senkt sich der Eigenanteil der betroffenen Eigentümer auf einen Betrag, der am Ende unter 250 Euro pro Hektar liegen wird.
 
Eine nachhaltige Investition in den ländlichen Raum, die ohne die Unterstützung durch Bund, Land und die EU nicht zustande kommen könnte, nimmt in Schopfheim-Gersbach nun immer mehr Gestalt an. Hat man bereits unmittelbar nach der Genehmigung des Wege- und Gewässerplans und Bewilligung der ersten Tranche in Millionenhöhe im Jahr 2011 mit der Umsetzung vor Ort begonnen, so steht jetzt bereits die nächste große Aufgabe im Fokus. Die Neueinteilung der Grundstücke, die für das Jahr 2019 geplant ist, muss intensiv vorbereitet sein. So ist unter anderem in Zusammenarbeit mit den Betroffenen eine Nutzungskonzeption zu erarbeiten, die der Flurneuordnungsbehörde das Puzzlespiel erst ermöglichen soll.